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Mittelstand und Startups: Partner für die Zukunft

Das etablierte Management – egal, ob in Familienunternehmen oder in börsennotierten Konzernen – scheut sich auch nach einem knappen Gründer-Jahrzehnt davor, Partnerschaften mit den Newcomern einzugehen (obwohl mehrere Zehntausend Startups entstanden sind). Lieber halten Geschäftsführung und Projektleitung an der bewährten Methode fest, die Zusammenarbeit mit altbekannten Partnern zu suchen: aus der eigenen Branche und am liebsten aus der eigenen Lieferkette.


Dabei gilt das ewige Mittelstands-Mantra, dass nur Kenner aus der Branche wirklich wissen, was die Branche wirklich braucht. Branchenfremde werden mit Argwohn und Zurückhaltung angesehen, abgelehnt und zurückgewiesen. Zwar ist es grundsätzlich richtig, als kundengetriebenes Unternehmen, das Ohr am Markt zu haben und damit den Bedürfnissen der Abnehmer zu folgen. Aber auch diese Ergebnisse kommen aus dem eigenen Branchenumfeld und sind in der Regel evolutionäre Weiterentwicklungen in kleinsten Schritten.


Ein klassisches Beispiel für diese Haltung ist die Automobilindustrie. Diese hat lange Zeit versucht über eine vorsichtige und zögerliche Modellpolitik ganz allmählich in Richtung Elektromobilität und autonomen Fahrens zu gelangen. Dabei hat sie Modell für Modell jede kleinste Produktneuheit erst abverkauft, ehe sie sich an den nächsten Innovationsschritt wagte. Erst herausgefordert durch Tesla und andere Startups überschlagen sie sich mit Ankündigungen zu hybriden und elektrifizierten „Connected Cars“.


Auch in der Informationswirtschaft existiert diese verhängnisvolle Scheu gegenüber Startups und Newcomern. Hinzu kommt ein massives „not-invented-here“-Syndrom, das vor Tools, Methoden und Lösungen Dritter zurückschrecken lässt. Anwendungen werden kontinuierlich mit eigenen Mitteln erweitert, ohne auf die Technologieangebote der Startups zu achten.


Und die IT-Leiter unterstützen sie in diesem Verhalten, weil sie selbst lieber in bewährten Partnerschaften mit ihren Software-Lieferanten steckenbleiben, als Neues auszuprobieren. Oder wie es ein CIO einmal formulierte: „Mit SAP scheitern ist besser für meine Karriere, als mit einem Startup erfolgreich zu sein.“

Das Institut für Familienunternehmen an der WHU Otto Steinbeis European Business School hat jetzt die Kooperationen zwischen inhabergeführten Unternehmen und Startups untersucht – und genau diese Mechanismen herausgearbeitet. Der Kampf der Kulturen, der in ungleichen Partnerschaften zwischen Mittelstand und Startups tobt, hat seine Ursachen in völlig unterschiedlichen Vorgehens- und Denkmethoden. Die einen sind risikoavers und denken in Langfriststrategien, die anderen sind risikobereit und haben kurze Entscheidungswege. Die einen wollen die evolutionäre Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle, die anderen wollen die Branchenregeln disruptiv aushebeln.

Wir bei actesy erleben als Startup beinahe täglich diesen „Clash of Cultures“, wenn wir in Präsentationen und Projekten mit den Ressentiments der IT-Verantwortlichen konfrontiert werden. Und wir haben ein Vorgehensmodell rund um das actesy Metadaten Framework zur Anwendungsmodernisierung entwickelt, das beiden Partnern die Möglichkeit bietet, sich an die Methoden des jeweils anderen zu gewöhnen. Dazu nutzen wir agile Methoden, indem wir zwar zunächst eine gemeinsame Vision entwickeln, das Ganze aber runterbrechen in kleine Aufgaben – sogenannte Sprints – die innerhalb weniger Tage realisiert und evaluiert werden können. Entspricht das Ergebnis den Vorstellungen, geht es zum nächsten Sprint. So nähern wir uns nicht nur unserem gemeinsamen Ziel, sondern auch einander an. Unsere Erfahrung mit dieser Methode ist durchaus positiv. Denn nach getaner Arbeit winkt in der Regel das Nachfolgeprojekt.

Wir sehen uns in Ihrem nächsten Digitalprojekt!

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte auf info@actesy.com

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