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Migrieren statt Flüchten!

Der Sommer hat kaum begonnen, da haben wir schon das erste veritable Sommertheater. Die bayerische CSU gegen den Rest der Welt! Und in der Folge: Europa als „überforderter Kontinent“, wie es das Handelsblatt am 28. Juni formulierte. Überfordert sei Europa demnach in vier Punkten: Niedrigzinsen statt Reformen, zu geringes Wachstum, Spaltung zwischen Ost und West sowie eine fehlgeschlagene Flüchtlingspolitik.


Dabei wäre letzteres gar nicht nötig. Wir haben in Europa kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Migrationsproblem. Es gebietet schon der Anstand, Menschen, die vor Krieg, Folter, Diskriminierung oder sonstiger Drangsal fliehen, Asyl zu gewähren. Dagegen kann niemand etwas einwenden. Aber Europa ist auch das gelobte Land für alle diejenigen, die in ihrem Land keine Perspektive sehen und nicht vorausahnen können, dass sie auch hierzulande keine Perspektive haben werden.


Und diejenigen, die dank ihrer Ausbildung eine gute Perspektive in Europa haben könnten, zieht es, so hat es zumindest den Anschein, nicht auf den Alten Kontinent, sondern in die Neue Welt – in die USA und nach Asien, wo die großen Digitalkonzerne entstehen und schneller wachsen als der Rest der Welt. Europa ist drauf und dran, nicht nur den Wettlauf im digitalen Wandel zu verlieren, sondern auch den Wettstreit um die hellsten Köpfe auf dem Planeten.


Dass da ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, haben jetzt zwei Studien der Gartner Group und von Unisys ergeben, die Fachkräfte in Unternehmen nach ihrer Zufriedenheit mit ihrem digitalen Arbeitsplatz befragt haben. Demnach sieht gut die Hälfte der Mitarbeiter die Digitalstrategien ihrer Arbeitgeber als zu zögerlich, während lediglich sechs Prozent der Meinung sind, ihr Unternehmen sei ein digitaler Leader im internationalen Vergleich. Schlimmer noch: die Bereitschaft, den Arbeitgeber zu wechseln, ist bei denen, die ihr Unternehmen kritisch sehen, fünfmal höher als bei denen, die mit der Digitalstrategie ihres Arbeitgebers zufrieden sind.


Wir befinden uns mitten in einer digitalen Revolution, in der alles auf dem Prüfstand steht: die Art und Weise, wie wir mit Kunden umgehen, wie wir unsere Lieferketten organisieren, wie wir die Fertigungsprozesse weiter automatisieren, wie wir für Mitarbeiter einen effektiven und kreativen Arbeitsplatz gestalten und nicht zuletzt, wie wir aus Mensch und Maschine das Team von morgen schmieden.


Das ist deutlich herausfordernder, als ein paar Belege einzuscannen. Wir brauchen Perspektiven in den Unternehmen, aus denen Digitalstrategien entwickelt werden können. Wenn das nicht gelingt, sieht der Alte Kontinent in absehbarer Zeit verdammt alt aus.

Dazu braucht es in der Politik mehr als nur Absichtserklärungen und Buzzword-Bingo in Sonntagsreden. Wir müssen einen von allen Staaten in und außerhalb der EU getragenen Plan verfolgen, wie wir digitale Geschäftsprozesse optimieren, neuen Geschäftsmodellen zum Durchbruch verhelfen und dabei neue Formen der Arbeit im Sinne von Industrie 4.0, Cloud Computing, Robotik und künstlicher Intelligenz fördern. Wir brauchen Rahmenbedingungen, mit denen die Digitalwirtschaft gerecht besteuert wird und mehr Venture Capital für disruptive Ideen bereitgestellt werden kann. Und wir brauchen ein Migrations-Regime, das uns dabei hilft, kluge Köpfe für den Alten Kontinent zu gewinnen, weil sie hier eine Chance haben, in Freizügigkeit und Sicherheit ihre Lebensziele zu verfolgen.

Man kann vor diesen Herausforderungen flüchten – oder zu neuen Regelungen migrieren. Diese Frage – flüchten oder migrieren – stellt sich für jeden einzelnen Menschen, jedes einzelne Unternehmen und jede einzelne Regierung auf dem Alten Kontinent.

Wir bei actesy raten dringend, die Migrationskarte zu ziehen. Es hilft nicht, vor den anstehenden Problemen den Kopf einzuziehen. Wir müssen die Veränderung suchen. Dafür steht actesy.

Wir haben aus der Erfahrung in zahllosen technischen Migrationsprojekten erlebt, wie schwer sich Organisationen dabei tun, Altbewährtes zu verlassen und Geschäftsmodelle, Geschäftsprozesse und Branchengewohnheiten in neue Bahnen zu migrieren. Wir haben aber auch erlebt, wie sich nach einem solchen Change-Prozess der Erfolg einstellt.

Deshalb gilt für uns: migrieren statt flüchten.

Wir sehen uns im nächsten Digitalprojekt.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns unter info@actesy.com

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